Erworbene Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion ist nur in Ausnahmefällen angeboren. überwiegend entwickelt sie sich erst im Laufe des Lebens bei einem Menschen. Meistens ist das ein schleichender Prozess, der lange unbemerkt bleibt.

Ausgangspunkt können verschiedene Ursachsen sein, die von Operationen bis hin zum einfachen Jodmangel reichen.

Entzündungen der Schilddrüse

Eine Entzündung der Schilddrüse kann verschiedene Ursachen haben. Die sogenannte Hashimoto Thyreoiditis ist zum Beispiel eine Autoimmunerkrankung.

Diese verändert das Zellgewebe der Schilddrüse, weshalb zu wenige Schilddrüsenhormone produziert werden. Die so angegriffene Schilddrüse wird dabei immer stärker beeinträchtigt.

Die Hashimoto Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Weitere Formen von Entzündungen haben ähnliche Auswirkungen.

Unter anderem sind von einer weiteren Form Mütter betroffen. Die postpartale Schilddrüsenentzündung tritt nach der Geburt auf und führt zu einer vorübergehenden Hypothyreose, die aber in der Regel nach einigen Monaten von selbst abklingt.

Hypothyreose nach einer Schilddrüsenoperation

Nach einer Schilddrüsenoperation kann sich ebenfalls eine Hypothyreose entwickeln. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn ein Eingriff wegen einer Schilddrüsenüberfunktion vorgenommen wird und durch Beschädigung am Gewebe oder Entfernen von Teilen der Schilddrüse diese zu wenige Schilddrüsenhormone produzieren kann.

Auch nach einer Strahlenbehandlung oder einer Radiojodbehandlung ist dies möglich.

Weitere Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion

Medikamente können ebenfalls Ursache für eine Hypothyreose sein, wenn sie die Jodaufnahme oder die Hormonbildung beeinträchtigen oder hemmen.

Ebenso kann eine zu geringe Jodzufuhr die Schilddrüsenunterfunktion auslösen. Das gilt auch bei einer temporären übermäßigen Jodzufuhr.

Primäre, sekundäre und tertiäre Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion wird generell zur Klassifizierung in drei Gruppen eingeteilt. Die primäre Hypothyreose ist eine Fehlfunktion, die auf die oben genannten Punkte zutrifft, also direkt durch die Schilddrüse selbst verursacht wird.

Von der sekundären Hypothyreose spricht man, wenn die Schilddrüse normal arbeiten könnte, aber aufgrund einer zu geringen Menge TSH im Körper nicht ausreichend zum Produzieren angeregt wird.

Ursache ist meistens eine Störung der Hirnanhangsdrüse. Sehr selten gibt es eine tertiäre Schilddrüsenunterfunktion. Auch hier fehlt ein wichtiges Hormon im Körper, das für die Produktion und den Transport der Schilddrüsenhormone notwendig ist – das TRH.

Eine Schilddrüsenunterfunktion muss nicht immer Symptome zeigen. Es gibt Verläufe, die zwar eine verringerte Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut zeigen, aber keine Symptome.

Diese sogenannte latente Hypothyreose kann auf ein Frühstadium einer beginnenden Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Eine genaue Diagnose muss der behandelnde Arzt stellen.